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Review Kraken

Kraken ist eine der ältesten und grössten Kryptowährungsbörsen der Welt. Im Gegensatz zu Brokern wie Relai handelt es sich um eine vollwertige Börse mit Orderbuch, bei der Nutzer direkt gegen andere Marktteilnehmer handeln. Dieser Artikel fasst Funktionsweise, Gebühren, Stärken und Schwächen sachlich zusammen.

Was ist Kraken?

Kraken ist eine US-amerikanische Kryptowährungsbörse, betrieben von Payward Inc. mit Sitz in San Francisco. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und gehört zu den ältesten noch aktiven Börsen weltweit. Im Gegensatz zu Bitcoin-only Brokern bietet Kraken den Handel mit Bitcoin und zahlreichen weiteren Kryptowährungen an.

Der wesentliche Unterschied zu Brokern: Kraken ist eine Exchange mit Orderbuch. Nutzer kaufen Bitcoin nicht von der Plattform selbst, sondern handeln direkt mit anderen Nutzern. Das ermöglicht in der Regel niedrigere Gebühren, erfordert aber mehr Verständnis für Ordertypen und Marktmechanismen.

Wichtiger Unterschied – Custodial: Kraken ist eine custodial Plattform. Das bedeutet: Solange Bitcoin auf Kraken liegen, kontrolliert Kraken die Private Keys. Nutzer müssen ihre Bitcoin aktiv auf eine eigene Wallet abziehen, um die Selbstverwahrung zu übernehmen. Der bekannte Grundsatz lautet: «Not your keys, not your coins.»

Funktionsweise

Der Handel auf Kraken funktioniert über ein klassisches Orderbuch-System:

Einzahlung

Nutzer überweisen zunächst Fiatgeld (z.B. EUR per SEPA-Überweisung) auf ihr Kraken-Konto. Die Gutschrift dauert je nach Zahlungsmethode ein bis drei Werktage. Nach Gutschrift steht das Guthaben zum Handel bereit.

Handel über das Orderbuch

Auf dem Handelsinterface können Nutzer verschiedene Ordertypen platzieren:

  • Market Order: Sofortiger Kauf zum aktuellen Marktpreis. Schnell, aber der genaue Preis steht erst nach Ausführung fest.
  • Limit Order: Kauf zu einem vom Nutzer festgelegten Höchstpreis. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Marktpreis den Limitpreis erreicht oder unterschreitet.

Für Einsteiger bietet Kraken auch eine vereinfachte Kaufoberfläche («Instant Buy»), die ähnlich wie ein Broker funktioniert – allerdings mit höheren Gebühren als der Handel über das Orderbuch.

Auszahlung auf eigene Wallet

Nach dem Kauf liegen die Bitcoin auf dem Kraken-Konto. Um die Selbstverwahrung zu übernehmen, müssen Nutzer die Bitcoin aktiv auf eine eigene Wallet-Adresse abheben. Kraken unterstützt sowohl On-Chain-Auszahlungen als auch Lightning-Withdrawals, was schnellere und günstigere Abhebungen ermöglicht.

Gebühren

Die Gebühren auf Kraken gehören zu den niedrigsten im Markt, insbesondere bei Nutzung des Orderbuchs:

  • Maker-Gebühr: 0.25 % – fällt an, wenn die Order ins Orderbuch geht und auf einen Handelspartner wartet (z.B. Limit Order). Bei höherem 30-Tage-Volumen sinken die Gebühren stufenweise.
  • Taker-Gebühr: 0.40 % – fällt an, wenn die Order sofort gegen eine bestehende Order im Orderbuch ausgeführt wird (z.B. Market Order). Auch hier sinken die Gebühren mit steigendem Volumen.
  • Instant Buy: Deutlich höhere Gebühren (ca. 1.5 %) als der Orderbuch-Handel. Für regelmässige Käufe nicht empfehlenswert.
  • Auszahlungsgebühr: Kraken erhebt eine Gebühr für On-Chain-Auszahlungen (variiert je nach Netzwerkauslastung). Lightning-Auszahlungen sind in der Regel günstiger.
  • SEPA-Einzahlung: In der Regel kostenlos oder mit minimaler Gebühr.

Wer das Orderbuch mit Limit Orders nutzt, zahlt bei Kraken deutlich weniger als bei jedem Broker. Das setzt jedoch voraus, dass man sich mit dem Handelsinterface auseinandersetzt.

Regulierung & KYC

Kraken ist in den USA registriert und unterliegt den dortigen Regulierungsvorschriften (FinCEN). Für europäische Nutzer betreibt Kraken Niederlassungen in der EU. Eine vollständige Identitätsprüfung (KYC) ist für alle Nutzer erforderlich.

Die Verifizierung umfasst persönliche Daten, Ausweisdokument und Adressnachweis. Je nach Verifizierungsstufe sind unterschiedliche Ein- und Auszahlungslimite verfügbar.

Kraken veröffentlicht regelmässig Proof of Reserves Audits, die nachweisen sollen, dass die Kundeneinlagen vollständig durch entsprechende Vermögenswerte gedeckt sind. Das erhöht die Transparenz im Vergleich zu Börsen, die keine solchen Nachweise liefern.

Stärken

  • Niedrige Gebühren: Mit 0.25/0.40 % (Maker/Taker) im Einstiegs-Tier gehört Kraken zu den günstigsten Handelsplätzen. Bei grösseren Beträgen spart man im Vergleich zu Brokern erheblich.
  • Tiefes Orderbuch: Als eine der grössten Börsen weltweit bietet Kraken hohe Liquidität. Grössere Orders können ohne starken Preiseinfluss (Slippage) ausgeführt werden.
  • Lightning-Withdrawals: Die Unterstützung von Lightning-Auszahlungen ist ein relevanter Vorteil. Bitcoin können schnell und günstig auf eine Lightning-Wallet abgehoben werden.
  • Proof of Reserves: Die regelmässigen Audits bieten mehr Transparenz als bei vielen Konkurrenten.
  • SEPA-Einzahlung: Für DACH-Nutzer ist die EUR-Einzahlung per SEPA unkompliziert und in der Regel kostenlos.
  • Langjährige Erfahrung: Seit 2011 am Markt, ohne bekannte Sicherheitsvorfälle mit Verlust von Kundengeldern.

Schwächen

  • Custodial: Kraken kontrolliert die Private Keys, solange Bitcoin auf der Plattform liegen. Nutzer müssen aktiv abheben, um die Selbstverwahrung zu übernehmen. Wer das vergisst oder aufschiebt, trägt ein Gegenparteirisiko.
  • Komplexeres Interface: Das Orderbuch und die verschiedenen Ordertypen erfordern Einarbeitung. Für Einsteiger ist die Lernkurve steiler als bei einem Broker mit einfacher Kaufoberfläche.
  • Altcoin-Angebot: Kraken bietet Hunderte von Kryptowährungen an. Das kann für Nutzer, die sich auf Bitcoin konzentrieren möchten, ablenkend sein.
  • Kein automatischer DCA: Im Gegensatz zu Brokern wie Relai bietet Kraken keinen eingebauten Sparplan mit Dauerauftrag. Wiederkehrende Käufe müssen manuell durchgeführt werden.
  • Auszahlung nicht automatisch: Bitcoin bleiben nach dem Kauf auf der Börse liegen, bis der Nutzer sie aktiv abhebt. Das erfordert Disziplin und einen zusätzlichen Schritt.
  • US-amerikanisches Unternehmen: Für DACH-Nutzer kann die Rechtslage im Streitfall komplizierter sein als bei einem europäischen Anbieter.

Für wen geeignet?

Kraken eignet sich besonders für Nutzer, die grössere Beträge kaufen und die niedrigsten Gebühren anstreben. Wer bereit ist, sich mit dem Orderbuch und Limit Orders auseinanderzusetzen, spart im Vergleich zu Brokern erheblich – besonders bei regelmässigen Käufen über längere Zeiträume.

Auch für fortgeschrittene Nutzer, die verschiedene Ordertypen nutzen und grössere Volumen handeln möchten, ist Kraken eine solide Wahl. Die hohe Liquidität und die niedrigen Gebühren sind klare Vorteile.

Weniger geeignet ist Kraken für Einsteiger, die eine möglichst einfache «Kaufen und fertig»-Lösung suchen, oder für Nutzer, die Wert auf automatische Selbstverwahrung legen. Wer nicht regelmässig daran denkt, Bitcoin von der Börse abzuheben, ist bei einem non-custodial Broker besser aufgehoben.

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Quellen

Nächste Schritte

Diese Guides helfen bei den nächsten Schritten:

BTC ...