Voraussetzungen
- Smartphone mit iOS oder Android
- Stift und Papier für die Seed Phrase
- Grundverständnis von Lightning ist hilfreich, aber nicht zwingend
Schritt 1: App herunterladen
Phoenix ist kostenlos im Apple App Store und im Google Play Store verfügbar. Die App wird von ACINQ entwickelt, einem Unternehmen mit Sitz in Paris, das auch die Lightning-Implementierung «Eclair» betreibt.
Phoenix ist Open Source – der Quellcode ist auf GitHub einsehbar. Die App konzentriert sich ausschliesslich auf Lightning und bietet keine On-Chain-Wallet im klassischen Sinn. On-Chain-Empfang ist über sogenannte Swap-Ins möglich, bei denen eingehende On-Chain- Transaktionen automatisch in Lightning-Guthaben umgewandelt werden.
Schritt 2: Wallet erstellen und Seed sichern
Beim ersten Start erstellt Phoenix automatisch eine neue Wallet. Die App generiert eine Seed Phrase mit 12 Wörtern. Diese muss sofort gesichert werden:
- Seed Phrase anzeigen: In den Einstellungen unter «Recovery Phrase» werden die 12 Wörter angezeigt.
- Wörter notieren: Alle 12 Wörter in der richtigen Reihenfolge auf Papier aufschreiben.
- Sicher verwahren: Das Papier an einem sicheren Ort aufbewahren. Ohne diese Wörter können die Lightning-Funds bei Verlust des Smartphones nicht wiederhergestellt werden.
Non-custodial Lightning: Phoenix ist eine der wenigen Lightning-Wallets, die vollständig non-custodial arbeiten. Die Private Keys liegen ausschliesslich auf dem Gerät des Nutzers. ACINQ hat keinen Zugriff auf die Funds. Dafür muss die App regelmässig geöffnet werden, damit Lightning-Channels überwacht werden können.
Schritt 3: Erste Lightning-Zahlung empfangen
Um die erste Zahlung zu empfangen, wird auf «Empfangen» getippt. Phoenix erstellt automatisch eine Lightning Invoice oder zeigt eine Adresse an.
Beim ersten Empfang muss ein Lightning-Channel geöffnet werden. Phoenix erledigt das automatisch – der Nutzer muss nichts konfigurieren. Sobald die eingehende Zahlung erkannt wird, öffnet Phoenix einen Channel zum ACINQ-Node und leitet die Zahlung durch.
Dieser automatische Channel-Aufbau hat einen Vorteil und einen Nachteil: Der Vorteil ist die Einfachheit – kein manuelles Channel-Management. Der Nachteil ist, dass bei der Channel-Eröffnung eine Servicegebühr anfällt, die von der ersten Zahlung abgezogen wird.
Schritt 4: Gebühren verstehen
Phoenix hat eine transparente Gebührenstruktur:
- Channel-Eröffnung: Beim ersten Empfang und wenn die bestehende Kapazität nicht ausreicht, wird ein neuer Channel geöffnet. Dafür fällt eine Gebühr an (typischerweise 1 % des Betrags, mindestens einige tausend Satoshis).
- Lightning-Zahlungen: Für das Senden von Lightning-Zahlungen fällt eine geringe Routing-Gebühr an (0.4 % + 4 Sat Basisgebühr).
- On-Chain Swap-In: Wer On-Chain-Bitcoin an Phoenix sendet, zahlt eine Mining-Gebühr plus eine Servicegebühr für den Swap.
Hinweis zu Channel-Gebühren: Die Gebühr für die Channel-Eröffnung fällt nur an, wenn ein neuer Channel benötigt wird. Nachfolgende Zahlungen, die innerhalb der bestehenden Kapazität liegen, verursachen keine zusätzlichen Channel-Gebühren. Je grösser die erste Zahlung, desto günstiger ist das Verhältnis von Gebühr zu Betrag.
Tipps & Hinweise
- Die erste Zahlung sollte nicht zu klein sein, da die Channel-Eröffnungsgebühr einen Mindestbetrag hat. Ein Betrag ab 10'000 Satoshis aufwärts ist sinnvoll.
- Phoenix regelmässig öffnen, damit die App die Lightning-Channels überwachen kann. Das ist wichtig für die Sicherheit der Funds.
- Für grössere Beträge, die langfristig gespeichert werden sollen, eine On-Chain-Wallet oder Hardware Wallet verwenden. Phoenix ist für aktive Lightning-Nutzung gedacht.
- Phoenix unterstützt LNURL und Lightning Address, was das Empfangen von Zahlungen vereinfacht.
- Die Seed Phrase niemals digital speichern.
Quellen
Nächste Schritte
Diese Guides vertiefen das Thema Lightning: