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Bitcoin-Börsen im Vergleich

Die Referenz für den Plattform-Vergleich im DACH-Raum. Gebühren, KYC-Anforderungen, Zahlungsmethoden und Withdrawal-Optionen aller relevanten Exchanges, Broker und P2P-Plattformen auf einen Blick.

Plattformtypen im Überblick
Broker
Exchange
P2P
Gebühren
1–2%
0.1–0.5%
1–5% Premium
KYC
Pflicht
Pflicht
Teilweise kein KYC
Einfachheit
Sehr einfach
Mittel
Komplex
Ideal für
Einsteiger
Aktive Trader
Privatsphäre

Broker vs. Exchange vs. P2P

Die drei Plattformtypen unterscheiden sich grundlegend in Bedienung, Gebühren und Privatsphäre. Die folgende Tabelle zeigt die strukturellen Unterschiede.

Kriterium Broker Exchange P2P
Preisfindung Festpreis (Marktpreis + Aufschlag) Orderbuch (Angebot/Nachfrage) Verhandlung / Aufschlag über Marktpreis
Gebühren 1–1,5 % 0,1–0,6 % 0,7–2 % + variabler Aufschlag
KYC Ja Ja Nein
Bedienung Sehr einfach Mittel bis komplex Mittel bis komplex
Sparplan (DCA) Oft integriert Selten Nein
Custody Teils non-custodial Custodial (Withdrawal nötig) Non-custodial
Ideal für Einsteiger, DCA-Sparer Fortgeschrittene, grosse Beträge Privacy-bewusste Nutzer

Exchanges im Detail

Kraken

Kraken wurde 2011 in San Francisco gegründet und gehört zu den ältesten und etabliertesten Börsen weltweit. Die Plattform ist bekannt für niedrige Handelsgebühren (ab 0,16 % Maker / 0,26 % Taker), ein breites Angebot an Handelspaaren und eine solide Sicherheitsbilanz. Kraken hat bislang keinen grösseren Hack erlitten. SEPA-Einzahlungen in EUR sind möglich und in der Regel gebührenfrei. Für fortgeschrittene Nutzer steht Kraken Pro mit erweitertem Orderbuch zur Verfügung.

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Bitfinex

Bitfinex mit Sitz in Hongkong ist seit 2012 aktiv und richtet sich primär an erfahrene Trader. Die Gebühren sind niedrig (ab 0,1 % Maker / 0,2 % Taker). Ein besonderer Vorteil ist die Unterstützung von Lightning-Withdrawals, die Auszahlungen nahezu kostenlos und in Sekunden ermöglichen. Bitfinex steht US-Bürgern nicht mehr zur Verfügung, ist aber für DACH-Nutzer zugänglich. Die Plattform war 2016 von einem grösseren Hack betroffen, hat die betroffenen Nutzer jedoch entschädigt.

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Bitstamp

Bitstamp wurde 2011 in Slowenien gegründet und ist damit eine der ältesten Bitcoin-Börsen überhaupt. Die Plattform ist in der EU reguliert (Luxemburg) und bietet eine unkomplizierte Benutzeroberfläche. Die Gebühren liegen bei 0,30 % Maker / 0,40 % Taker für kleinere Volumen. SEPA-Einzahlungen werden unterstützt. Bitstamp hat eine lange, weitgehend unauffällige Sicherheitsbilanz und geniesst im europäischen Markt einen guten Ruf. Hinweis: Bitstamp wurde 2024 vom US-Broker Robinhood übernommen.

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Coinbase

Coinbase ist eine der grössten Börsen weltweit und seit 2021 an der US-Börse (NASDAQ) gelistet. Die Plattform ist stark reguliert und gilt als einsteigerfreundlich. Der Nachteil: Die Gebühren sind vergleichsweise hoch, insbesondere bei der vereinfachten Kaufoberfläche. Über Coinbase Advanced lassen sich günstigere Konditionen erzielen (ab 0,40 % Maker / 0,60 % Taker). SEPA-Einzahlungen sind in EUR möglich.

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Binance, Hinweis zur regulatorischen Situation

Binance ist die volumenstärkste Krypto-Börse weltweit, steht aber unter erheblichem regulatorischem Druck. 2023 einigte sich Binance mit US-Behörden auf eine Strafe von über 4 Milliarden USD. In Deutschland zog Binance seinen BaFin-Lizenzantrag 2023 zurück, nachdem die Behörde die Erteilung ablehnte. Binance operiert im DACH-Raum weiterhin, jedoch ohne vollständige europäische Regulierung. Die Situation kann sich mit der EU-weiten MiCA-Regulierung ändern. Wer Wert auf regulatorische Klarheit legt, sollte diesen Aspekt bei der Wahl berücksichtigen.

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Broker im Detail

Relai

Relai ist eine Schweizer App (Sitz in Zürich), die den Bitcoin-Kauf vereinfacht. Nutzer können per Banküberweisung kaufen. Relai bietet eine integrierte Sparplan-Funktion (DCA) für regelmässige Käufe. Die Gebühren liegen bei rund 1 %. Relai ist KYC-pflichtig. Die App eignet sich für Einsteiger, die regelmässig und unkompliziert Bitcoin kaufen möchten. Verfügbar in der Schweiz und der EU.

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Pocket Bitcoin

Pocket Bitcoin ist ein Schweizer Dienst mit einem non-custodial Modell: Gekaufte Bitcoin werden direkt auf die eigene Wallet gesendet. Der Nutzer gibt beim Kauf seine Bitcoin-Adresse an, zahlt per Banküberweisung, und die Bitcoin landen ohne Umweg auf der eigenen Wallet. Die Gebühren liegen bei etwa 1,5 %. Pocket funktioniert mit jeder Bitcoin-Wallet und ist in der Schweiz und in der EU nutzbar.

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21bitcoin

21bitcoin ist ein österreichischer Bitcoin-Broker, der sich auf den deutschsprachigen Raum konzentriert. Der Dienst bietet einen einfachen Kaufprozess per SEPA-Überweisung, automatische Sparpläne und direkte Auszahlung auf die eigene Wallet. Verfügbar in Deutschland, Österreich und weiteren EU-Ländern.

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Bitpanda & BISON im Detail

Bitpanda

Bitpanda wurde 2014 in Wien gegründet und ist eine der bekanntesten Plattformen im deutschsprachigen Raum. Die Standard-Oberfläche arbeitet als Broker mit einem Spread von rund 1,49 %. Über Bitpanda Pro steht ein vollständiges Orderbuch mit deutlich günstigeren Gebühren zur Verfügung (ab ca. 0,09 % Maker / 0,15 % Taker). Sparpläne («Bitpanda Savings») mit wählbaren Intervallen sind verfügbar. Die Plattform ist custodial. Verfügbar in DE, AT und weiteren EU-Ländern.

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BISON

BISON wird von der Euwax AG, einer Tochter der Boerse Stuttgart Group, betrieben und ist damit eine der am stärksten regulierten Krypto-Apps im DACH-Raum (BaFin). Die Gebühren sind im Spread enthalten (ca. 1,25 %). BISON bietet eine sehr einfache Benutzeroberfläche, SEPA-Einzahlung und DCA-Sparpläne. Custodial, Bitcoin sollten nach dem Kauf in eine eigene Wallet übertragen werden. Verfügbar in DE und AT.

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P2P-Plattformen im Detail

Peer-to-Peer-Plattformen ermöglichen den direkten Handel zwischen Käufer und Verkäufer ohne zentrale Börse. Die wichtigsten Plattformen sind Bisq (dezentral, Open Source, ca. 0,7 %), Peach Bitcoin (mobile App, ca. 2 %), RoboSats (Lightning-basiert, über Tor) und HodlHodl (webbasiert, Multisig-Escrow). Keine dieser Plattformen verlangt KYC.

Detaillierte Beschreibungen der P2P-Plattformen findest du im Artikel Bitcoin Peer-to-Peer kaufen.

Gebührentabelle (Gesamtvergleich)

Plattform Typ Maker / Taker KYC Lightning SEPA Verfügbarkeit
Kraken Exchange 0,25 % / 0,40 % Ja Ja * Ja DACH
Bitfinex Exchange 0,10 % / 0,20 % Ja Ja Ja (Drittanbieter) DACH
Bitstamp Exchange 0,30 % / 0,40 % Ja Nein Ja DACH
Coinbase Exchange 0,40 % / 0,60 % Ja Ja Ja DACH
Binance Exchange 0,10 % / 0,10 % Ja Ja Eingeschränkt DACH (eingeschränkt)
Bitpanda Broker / Exchange ca. 1,49 % / Pro: 0,09 % Ja Nein Ja DE, AT, EU
BISON Broker ca. 1,25 % (Spread) Ja Nein Ja DE, AT
Relai Broker ca. 1 % Ja Nein Ja CH, EU
Pocket Bitcoin Broker ca. 1,5 % Ja Nein Ja CH, EU
21bitcoin Broker ca. 1 % Ja Nein Ja DE, AT, EU
Bisq P2P ca. 0,7 % Nein Nein Ja (direkt) Weltweit
Peach Bitcoin P2P ca. 2 % Nein Nein Ja (direkt) EU, CH
RoboSats P2P variabel Nein Ja Ja (direkt) Weltweit
HodlHodl P2P variabel Nein Nein Ja (direkt) Weltweit

* Kraken Lightning seit Sept. 2024 für deutsche Kunden (BaFin) eingeschränkt. Für CH und AT verfügbar. Coinbase Lightning seit April 2024 via Lightspark.

Hinweis: Die angegebenen Gebühren beziehen sich auf die Basisstufe (geringstes Handelsvolumen). Bei höheren Volumen sinken die Gebühren bei allen Börsen. Zudem können sich Konditionen jederzeit ändern. Die aktuellen Gebühren findest du jeweils auf der Website der Plattform. Bei P2P-Plattformen hängt der effektive Preis auch vom jeweiligen Angebot ab (Aufschlag über Marktpreis).

Maker/Taker-Gebühren erklärt

Fast alle Börsen verwenden ein sogenanntes Maker/Taker-Gebührenmodell. Das Verständnis dieses Modells hilft, Handelskosten zu minimieren.

Maker (Liquiditätsbereitsteller)

Ein Maker platziert eine Limit-Order, die nicht sofort ausgeführt wird, sondern ins Orderbuch eingetragen wird. Beispiel: Der aktuelle Bitcoin-Preis liegt bei 50'000 EUR. Du setzt eine Kauforder bei 49'500 EUR. Diese Order wartet im Orderbuch und stellt damit Liquidität bereit. Maker zahlen in der Regel niedrigere Gebühren, weil sie dem Markt Liquidität hinzufügen.

Taker (Liquiditätsnehmer)

Ein Taker platziert eine Order, die sofort gegen eine bestehende Order im Orderbuch ausgeführt wird. Das geschieht typischerweise bei Market-Orders oder bei Limit-Orders, die sofort einen Gegenpart finden. Taker zahlen höhere Gebühren, weil sie Liquidität aus dem Orderbuch entnehmen.

Praxis-Tipp: Wer Gebühren sparen will, sollte Limit-Orders verwenden und etwas unterhalb des aktuellen Marktpreises kaufen. Damit agierst du als Maker und zahlst die niedrigere Gebühr. Das erfordert etwas Geduld, spart aber bei grösseren Beträgen spürbar Kosten.

Quellen

BTC ...