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Bitcoin-Börsen im Vergleich

Die Referenz für den Plattform-Vergleich im DACH-Raum. Gebühren, KYC-Anforderungen, Zahlungsmethoden und Withdrawal-Optionen aller relevanten Exchanges, Broker und P2P-Plattformen auf einen Blick.

Broker vs. Exchange vs. P2P

Die drei Plattformtypen unterscheiden sich grundlegend in Bedienung, Gebühren und Privatsphäre. Die folgende Tabelle zeigt die strukturellen Unterschiede.

Kriterium Broker Exchange P2P
Preisfindung Festpreis (Marktpreis + Aufschlag) Orderbuch (Angebot/Nachfrage) Verhandlung / Aufschlag über Marktpreis
Gebühren 1–1,5 % 0,1–0,6 % 0,7–2 % + variabler Aufschlag
KYC Ja Ja Nein
Bedienung Sehr einfach Mittel bis komplex Mittel bis komplex
Sparplan (DCA) Oft integriert Selten Nein
Custody Teils non-custodial Custodial (Withdrawal nötig) Non-custodial
Ideal für Einsteiger, DCA-Sparer Fortgeschrittene, grosse Beträge Privacy-bewusste Nutzer

Exchanges im Detail

Kraken

Kraken wurde 2011 in San Francisco gegründet und gehört zu den ältesten und etabliertesten Börsen weltweit. Die Plattform ist bekannt für niedrige Handelsgebühren (ab 0,16 % Maker / 0,26 % Taker), ein breites Angebot an Handelspaaren und eine solide Sicherheitsbilanz. Kraken hat bislang keinen grösseren Hack erlitten. SEPA-Einzahlungen in EUR sind möglich und in der Regel gebührenfrei. Für fortgeschrittene Nutzer steht Kraken Pro mit erweitertem Orderbuch zur Verfügung.

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Bitfinex

Bitfinex mit Sitz in Hongkong ist seit 2012 aktiv und richtet sich primär an erfahrene Trader. Die Gebühren sind niedrig (ab 0,1 % Maker / 0,2 % Taker). Ein besonderer Vorteil ist die Unterstützung von Lightning-Withdrawals, die Auszahlungen nahezu kostenlos und in Sekunden ermöglichen. Bitfinex steht US-Bürgern nicht mehr zur Verfügung, ist aber für DACH-Nutzer zugänglich. Die Plattform war 2016 von einem grösseren Hack betroffen, hat die betroffenen Nutzer jedoch entschädigt.

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Bitstamp

Bitstamp wurde 2011 in Slowenien gegründet und ist damit eine der ältesten Bitcoin-Börsen überhaupt. Die Plattform ist in der EU reguliert (Luxemburg) und bietet eine unkomplizierte Benutzeroberfläche. Die Gebühren liegen bei 0,30 % Maker / 0,40 % Taker für kleinere Volumen. SEPA-Einzahlungen werden unterstützt. Bitstamp hat eine lange, weitgehend unauffällige Sicherheitsbilanz und geniesst im europäischen Markt einen guten Ruf.

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Coinbase

Coinbase ist eine der grössten Börsen weltweit und seit 2021 an der US-Börse (NASDAQ) gelistet. Die Plattform ist stark reguliert und gilt als einsteigerfreundlich. Der Nachteil: Die Gebühren sind vergleichsweise hoch, insbesondere bei der vereinfachten Kaufoberfläche. Über Coinbase Advanced lassen sich günstigere Konditionen erzielen (ab 0,40 % Maker / 0,60 % Taker). SEPA-Einzahlungen sind in EUR möglich.

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Binance – Hinweis zur regulatorischen Situation

Binance ist die volumenstärkste Krypto-Börse weltweit, steht aber zunehmend unter regulatorischem Druck. In mehreren Ländern wurden Lizenzen entzogen oder eingeschränkt. 2023 einigte sich Binance mit US-Behörden auf eine Strafe von über 4 Milliarden USD. Für den DACH-Raum ist die Situation unübersichtlich: In einzelnen europäischen Märkten operiert Binance mit eingeschränktem Angebot. Wer Wert auf regulatorische Klarheit legt, sollte diesen Aspekt bei der Wahl berücksichtigen.

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Broker im Detail

Relai

Relai ist eine Schweizer App (Sitz in Zürich), die den Bitcoin-Kauf vereinfacht. Nutzer können per Banküberweisung kaufen. Relai bietet eine integrierte Sparplan-Funktion (DCA) für regelmässige Käufe. Die Gebühren liegen bei rund 1 %. Relai ist KYC-pflichtig. Die App eignet sich für Einsteiger, die regelmässig und unkompliziert Bitcoin kaufen möchten. Verfügbar in der Schweiz und der EU.

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Pocket Bitcoin

Pocket Bitcoin ist ein Schweizer Dienst mit einem non-custodial Modell: Gekaufte Bitcoin werden direkt auf die eigene Wallet gesendet. Der Nutzer gibt beim Kauf seine Bitcoin-Adresse an, zahlt per Banküberweisung, und die Bitcoin landen ohne Umweg auf der eigenen Wallet. Die Gebühren liegen bei etwa 1,5 %. Pocket funktioniert mit jeder Bitcoin-Wallet und ist in der Schweiz und in der EU nutzbar.

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21bitcoin

21bitcoin ist ein österreichischer Bitcoin-Broker, der sich auf den deutschsprachigen Raum konzentriert. Der Dienst bietet einen einfachen Kaufprozess per SEPA-Überweisung, automatische Sparpläne und direkte Auszahlung auf die eigene Wallet. Verfügbar in Deutschland, Österreich und weiteren EU-Ländern.

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P2P-Plattformen im Detail

Peer-to-Peer-Plattformen ermöglichen den direkten Handel zwischen Käufer und Verkäufer ohne zentrale Börse. Die wichtigsten Plattformen sind Bisq (dezentral, Open Source, ca. 0,7 %), Peach Bitcoin (mobile App, ca. 2 %), RoboSats (Lightning-basiert, über Tor) und HodlHodl (webbasiert, Multisig-Escrow). Keine dieser Plattformen verlangt KYC.

Detaillierte Beschreibungen der P2P-Plattformen findest du im Artikel Bitcoin Peer-to-Peer kaufen.

Gebührentabelle (Gesamtvergleich)

Plattform Typ Maker / Taker KYC Lightning SEPA Verfügbarkeit
Kraken Exchange 0,16 % / 0,26 % Ja Nein Ja DACH
Bitfinex Exchange 0,10 % / 0,20 % Ja Ja Ja (Drittanbieter) DACH
Bitstamp Exchange 0,30 % / 0,40 % Ja Nein Ja DACH
Coinbase Exchange 0,40 % / 0,60 % Ja Nein Ja DACH
Binance Exchange 0,10 % / 0,10 % Ja Ja Eingeschränkt DACH (eingeschränkt)
Relai Broker ca. 1 % Ja Nein Ja CH, EU
Pocket Bitcoin Broker ca. 1,5 % Ja Nein Ja CH, EU
21bitcoin Broker ca. 1 % Ja Nein Ja DE, AT, EU
Bisq P2P ca. 0,7 % Nein Nein Ja (direkt) Weltweit
Peach Bitcoin P2P ca. 2 % Nein Nein Ja (direkt) EU, CH
RoboSats P2P variabel Nein Ja Ja (direkt) Weltweit
HodlHodl P2P variabel Nein Nein Ja (direkt) Weltweit

Hinweis: Die angegebenen Gebühren beziehen sich auf die Basisstufe (geringstes Handelsvolumen). Bei höheren Volumen sinken die Gebühren bei allen Börsen. Zudem können sich Konditionen jederzeit ändern. Die aktuellen Gebühren findest du jeweils auf der Website der Plattform. Bei P2P-Plattformen hängt der effektive Preis auch vom jeweiligen Angebot ab (Aufschlag über Marktpreis).

Maker/Taker-Gebühren erklärt

Fast alle Börsen verwenden ein sogenanntes Maker/Taker-Gebührenmodell. Das Verständnis dieses Modells hilft, Handelskosten zu minimieren.

Maker (Liquiditätsbereitsteller)

Ein Maker platziert eine Limit-Order, die nicht sofort ausgeführt wird, sondern ins Orderbuch eingetragen wird. Beispiel: Der aktuelle Bitcoin-Preis liegt bei 50'000 EUR. Du setzt eine Kauforder bei 49'500 EUR. Diese Order wartet im Orderbuch und stellt damit Liquidität bereit. Maker zahlen in der Regel niedrigere Gebühren, weil sie dem Markt Liquidität hinzufügen.

Taker (Liquiditätsnehmer)

Ein Taker platziert eine Order, die sofort gegen eine bestehende Order im Orderbuch ausgeführt wird. Das geschieht typischerweise bei Market-Orders oder bei Limit-Orders, die sofort einen Gegenpart finden. Taker zahlen höhere Gebühren, weil sie Liquidität aus dem Orderbuch entnehmen.

Praxis-Tipp: Wer Gebühren sparen will, sollte Limit-Orders verwenden und etwas unterhalb des aktuellen Marktpreises kaufen. Damit agierst du als Maker und zahlst die niedrigere Gebühr. Das erfordert etwas Geduld, spart aber bei grösseren Beträgen spürbar Kosten.

Quellen

Nächste Schritte

Du kennst nun die Details aller Plattformen. Hier geht es weiter.

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